Wenn wir den Fernseher oder das Radio einstellen und die Zeitung aufschlagen, fesseln uns die Schlagzeilen. Wir nehmen ungläubig auf, was alles gleichzeitig auf dieser Welt passiert: Die Hungernden in Afrika, die Hochwasseropfer in Indien, die Leidenden in Kriegsgebieten. Bilder und Berichte folgen sich Schlag auf Schlag, als Informationscocktail mit unterhaltenden Elementen verpackt. Hören und sehen wir wirklich noch hin oder können wir das alles gar nicht mehr erfassen und einordnen? Oder sind es einfach zu viele schlechte Nachrichten, die uns vor ihrem Verarbeiten kapitulieren lassen? Lähmt uns diese Ohnmacht, richtig zu reagieren? Oder wollen wir es gar nicht mehr, weil es so vielen Menschen auf dieser Welt schlecht geht? Oder weil die Not weit weg von uns ihre Bahn zieht und mit unserem Leben hier nichts zu tun hat? Oder weil wir mit einer Neigung zur Frustration den Schluss ziehen, allein sowieso nichts ändern zu können?
Das wäre freilich eine bequeme Täuschung. Gerade in unserer Gegend hat die Hilfe für Mitmenschen in Not eine grosse Tradition. Und gerade am Beispiel der Hülfsgesellschaft Winterthur, die am 22. Juni 1812 gegründet wurde, lässt sich dies leicht erkennen. Weitsichtige Bürger haben sich damals im Angesicht der Kriegswirren, politischer Ungewissheit und der steigenden Arbeitslosigkeit zusammengetan, um sich gemeinsam sozial zu engagieren. Sie begannen mit dem Verteilen von Suppe an die Bevölkerung nicht nur in Winterthur, sondern auch in 25 umliegenden Gemeinden. Diese erste «Aktion» machte Schule. Sie hat Menschen angespornt, andere gemeinnützige Organisationen und Vereine zu gründen und die Hilfe auszudehnen, Immer im Bestreben, das Gemeinwohl zu fördern.
Helfen auch Sie mit, denn es gibt noch viel Gutes zu tun!
Markus Casanova, Präsident des Stiftungsrates